Genfer Konventionen

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Henry Dunant – Schlacht von Solferino – Genfer Konventionen

Die Geschichte der Menschheit ist in wesentlichen Zügen nicht von großen Innovation überragenden Entdeckungen geprägt, sondern von kriegerischen Auseinandersetzungen. Mit Entwicklung einer modernen Kriegsindustrie wurden Kriege nicht mehr zu einer Auseinandersetzung die durch die Heere entschieden wurden, sondern immer mehr auch zu einem Wettkampf der Waffensysteme in immer größer werdenden räumlichen Regionen.

Mit den Beschlüssen, welche als Genfer Konventionen im Jahr 1864 getroffen wurden, sollte innerhalb kriegerischer Auseinandersetzung Platz für Menschlichkeit geschaffen werden.

Damit folgte die Weltöffentlichkeit, zur damaligen Zeit eher eine europäische Öffentlichkeit einer Idee des Schweizer Henry Dunant. Dieser war während einer Geschäftsreise im Jahr 1859 Zeuge der Schlacht von Solferino geworden, bei der rund 40.000 Verwundete unversorgt auf dem Schlachtfeld zurückblieben und keinerlei Hoffnung auf eine medizinische Versorgung haben konnten. Diese Erinnerung war so prägend, dass Henry Dunant sie in einem Buch, „Eine Erinnerung an Solferino“ verarbeitete und als Konsequenz die Gründung von neutralen Hilfsgesellschaften forderte, die eine medizinische Versorgung ermöglichen sollte.

Seine Idee aufgreifend fanden sich im Jahr 1863 die Vertreter aus 16 Ländern zusammen um im Rahmen einer internationalen Konferenz einen Weg zu vereinbaren, der auch in Kriegszeiten einen Aspekt der Menschenwürde erfüllen sollte. Hierzu sollten in bewaffneten Konflikten Lazarette samt Sanitätspersonal und freiwillige Helfer der Verwundeten als neutral anerkannt werden und durch ein gemeinsames Zeichen erkennbar werden. Dieses Zeichen, das Rote Kreuz ist auch heute noch gebräuchlich. Träger des Roten Kreuz haben seit diesen Tagen die moralische Pflicht zu helfen, nicht nur aber insbesondere in Krisenregionen und Kriegsgebieten.

Die internationale Zusammenkunft des Jahres 1863 kam zu keinem gemeinsamen Entschluss, was die Schweizer Regierung 1864 zu einem erneuten Treffen im Rahmen einer diplomatischen Konferenz veranlasste. Die im schweizerischen Genf abgehaltene Konferenz beschloss die 1863 erarbeiteten Vorschläge zu mehr Menschlichkeit in Kriegszeiten. Diese Beschlüsse gingen in die Geschichte der Menschheit als „Genfer Konventionen“ ein.

Wie sich in der weiteren Geschichte zeigte, waren die dortigen Vereinbarungen nicht ausreichend, deshalb wurden sie nach Ende des zweiten Weltkriegs, 1949 um vier weitere Genfer Abkommen ergänzt. Im Jahr 1977 erfolgte die Verabschiedung von zwei weiteren Zusatzprotokollen, die ebenfalls heute noch Gültigkeit besitzen und unverändert das Ziel der Menschlichkeit verfolgen.

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